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DAVID GARRETT RUSSIAN FORUM

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15-16.03.2017 Basel

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Superstar David Garrett ist da – und spielt letztlich doch nur die zweite Geige

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16.3.2017, 18:00 Uhr
Teufelsgeiger David Garrett ist da und spielt mit dem Sinfonieorchester Basel im Musicaltheater Tschaikowsky. So richtig zufriedenstellen konnte er bei seinem ersten von zwei Auftritten weder seine jungen Fans noch die vornehmlich nicht ganz so jungen Konzert-Abonnenten. Von Dominique Spirgi

Dieses Mal hat die Marketing-Maschinerie gegriffen: «Garrett spielt Tschaikowsky», verkündete das Sinfonieorchester Basel auf den Plakaten. Und schwupps waren die beiden Konzerte von gestern Mittwoch und heute Donnerstag (15./16. März) ausverkauft. Ganz anders im letzten Sommer, als das selbe Orchester den Namen des berühmten Solisten Stewart Copeland verschämt versteckt hatte und sich beim launigen Kino-Konzert im weiten Rund des Römertheaters Augusta Raurica mit vielen leeren Plätzen konfrontiert sah.

Jetzt also war (und ist) er da. Der, den man in Anlehnung an die Violinisten-Legende Niccolò Paganini gerne «Teufelsgeiger» nennt, für seine vielen jungen, vornehmlich weiblichen Fans aber letztlich ein Engel ist.

Wo sind die vielen Garrett-Groupies?

Aber zu Beginn des ersten Konzertabends im Musicaltheater Basel ist von dieser Fangemeinde, die für das «Ausverkauft»-Schild am Eingang gesorgt hatte, noch nicht viel zu spüren. Auf jeden Fall nicht in der Mitte der 18. Reihe: Rundherum sitzen die eher angegrauten oder ganz enthaarten Musikfreunde, die man vor dem Umbau auch in den Abonnementskonzerten im Musiksaal des Stadtcasinos antraf.

Kommt dazu, dass das Konzert ganz anders beginnt, als sich dies ein eingefleischter Garrett-Fan wohl erhofft hat. Nämlich mit der Sinfonie Nr. 12 in d-Moll von Dmitri Schostakowitsch. Das ist ein 38-minütiger Schwall von sowjetischem Pathos, ausgesprochen wuchtig in den Tutti und geheimnisvoll flirrend in den leiseren Stellen.

Die 1961 uraufgeführte Sinfonie zum Andenken an Lenin ist vielleicht nicht das beste Werk von Schostakowitsch, aber in seiner Basler Erstaufführung toll und mit hörbarer Liebe zum vollen Klang gespielt vom Orchester unter der Leitung von Dennis Russell Davies.

Der Star begeistert seine Fans erst am Schluss

Man mag sich beim Lesen dieser Zeilen jetzt vielleicht fragen, wo denn nun endlich der Garrett bleibt! Das haben sich vielleicht auch seine Fans gefragt, als es ohne Stareinsatz in die Pause und danach gleichermassen weiterging. 12 Minuten Tell-Ouvertüre von Rossini waren noch zu überstehen. Zumindest ein Gassenhauer des klassischen Repertoires, der mit dem berühmten und schmissigen finalen Galopp direkt zu ihm führte, dessentwegen doch so viele gekommen waren.

Endlich also tritt David Garrett aufs Podest. Ohne pyromanische Spezialeffekte zwar und auch sonst relativ zurückhaltend in der Erscheinung: schwarzer Anzug, dunkles T-Shirt und die sonst wallenden langen Haare zum «Pfürzi» zusammengeknäult. Schliesslich geht es dieses Mal nicht um Crossover, sondern um seriöse Klassik beziehungsweise Romantik mit dem berühmten Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, op.35 von Tschaikowsky.

Etwas gar forciert

Aber es ist trotz der äusserlichen Zurückhaltung unverwechselbar der Garrett. Und das Violinkonzert, das er als Solist begleitet, ist mit seinen Trillern, Akkordgriffen und Tonleiterkaskaden, den sentimentalen und überhöht gefühlsbetonten Passagen nicht die schlechteste Wahl für einen Teufelsgeiger – zumal der Solist hier doch vergleichbar viele Freiheiten hat.

Entsprechend kraftvoll legte sich Garrett ins Zeug, als ginge es darum, seine Stradivari zum Bersten zu bringen (was ihm aber glücklicherweise nicht gelingt). Eines steht ohne Zweifel: Spielen kann er meisterlich. Und er demonstriert dies auch, indem er der unglaublichen Virtuosität und Dynamik der Solopassagen noch etwas draufsetzt.

Da stimmt alles, die Töne und Tempi sitzen, die Empathie ist spürbar, nur wirkt es letztlich halt etwas gar forciert. Dazu kommt, dass Dirigent Russell Davies das Orchester so weit zurücknimmt, dass es nicht viel mehr als Begleitung des Solisten ist und nicht mehr wirklicher musikalischer Partner.

Nun endlich zeigen sich die Groupies

Nach 33 Minuten ist es vorüber. Und nun werden die Garrett-Groupies, die sich offensichtlich in den ersten Sitzreihen niedergelassen haben, sichtbar: Vor den grauen und kahlen Häuptern der Saalmitte ragen blonde, rote und andersfarbige Hinterköpfe jüngerer Frauen empor.

Aber so richtig frenetisch ist der Applaus nicht. Noch nicht. Das wird er erst bei den Zugaben. Bei Paganinis Geigenkabinettstückchen «Carnevale di Venezia», bei dem das Orchester noch als Pizzicato-Körper mittun kann, und bei einem kurzen letzten Solo ohne Orchesterbegleitung, das wohl einem Song von Michael Jackson nachempfunden ist. Da rauscht der Jubel auf.

Am Schluss nehmen wohl alle ein leicht zwiespältiges Gefühl mit. Die grossen Fans werden das Crossover-Blingbling vermisst haben. Andere denken, dass man Tschaikowskys Violinkonzert schon stimmiger gehört hat. Mit der Zeit aber taucht im Hinterkopf die Schostakowitsch-Sinfonie wieder auf. Als wirklicher Höhepunkt des Konzertabends des Sinfonieorchesters Basel, an dem Garrett letztlich doch nur die zweite Geige gespielt hat.
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«Garrett spielt Tschaikowsky». Konzert mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Dennis Russell Davies und David Garrett als Solist. Das Konzert von Donnerstag, 16. März 2017, ist ausverkauft.

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Der Rebell folgt dem Tacktstock

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Бунтарь повинуется дирижёрской палочке

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Garrett zu Gast in Basel

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17.03.2017
Heiko Latscha
David Garrett teilte die Bühne in den letzten Tagen mit dem Sinfonieorchester Basel und sorgte für ausverkaufte Abende im Musical Theater Basel. David Garrett stand für ein Interview nicht zur Verfügung, dafür durften wir mit dem Dirigent Dennis Russell Davies sprechen. Privat mochte er nichts erzählen, viel wichtiger war für ihn das Konzert, wo er förmlich aufblühte.
David Garrett ist unter den Geigenspieler wohlmöglich einer der bekanntesten und renommiertesten, die zurzeit auf Tour sind. Es ist wenig verwunderlich, dass bereits lange im Voraus der Schriftzug ‹Ausverkauft› die Webseite vom Musical Theater Basel zierte. Auch wir von Glam versuchten eines der begehrten Interviews zu ergattern, doch leider ohne Erfolg.

Ein kleiner Trost ist, dass keiner die Gelegenheit erhalten hatte, um David Garrett Fragen stellen zu dürfen. Ein grosser Trost dagegen war, wir durften Dennis Russell Davies vor dem Konzert treffen. Fröhlich und aufgestellt, jedoch mit Verspätung, betrat der Mann mit dem Dirigentenstock den Backstage Bereich.

Gerne wollten wir auch Privates erfahren doch da wurden uns ganz klar die Spielregeln aufgezeigt. Viel wichtiger für den ‹Maestro› ist, das Konzert in den Fokus zu ziehen. Schliesslich seien alle Profis die das Orchester bilden und es sei für ihn eine Ehre, mit solch einem tollen Team zusammen arbeiten zu dürfen. Er beschreibt das Basler Sinfonieorchester sogar als eines der besten in Europa.

Darum sei es auch für ihn so toll, dass sie mit einem Weltstar wie David Garrett zusammen spielen könnten.Trotz unerwünschte Privatfragen schleicht eine private Frage auf ein Lächeln. Die, ob Garrett und Russell auch Privat den Kontakt pflegen würden.

Schmunzelnd verneinte Dennis diese Frage und erklärte, dass es sehr schön sei mit ihm zusammen ein Abend zu gestallten. Er Arbeite höchst professionell, auf und neben der Bühne und sobald der Dirigent das Notenheft schliesst und den Dirigentenstab zur Seite legt, sei David Garrett ein aussergewöhnlicher Sympathieträger.

Yannick Studer, Leitung Projekte & Produktion, spricht von einer «speziellen Woche»:

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